Kaffeehandwerk
Im Obergeschoss des Johann Jacobs Haus GmbH wird Kaffee noch von Hand geröstet. Für Florian Müller, Head of Roastery, ist genau dieses Handwerk der Kern seiner Arbeit.
Sein Weg dorthin war nicht geplant. Während des Studiums jobbte er zwar als Barista, dachte sich aber zunächst nur: Kaffee ist Kaffee. „Der Wendepunkt kam, als ich gemerkt habe, wie viel Tiefe in dem Produkt steckt. Herkunft, Aufbereitung und Röstung erzeugen völlig unterschiedliche Tassen.“
Seitdem beschäftigt ihn die Frage, was aus einer guten Bohne einen guten Kaffee macht. Mittlerweile röstet Florian Müller seit rund acht Jahren – mit Erfahrung, Präzision und einem feinen Gespür für den richtigen Moment.
„Die Faszination daran, wie aus grünen Bohnen durch Hitze und Zeit ein komplexes Aroma wird, habe ich nie als ‚Arbeit‘ empfunden.“
Im Johann Jacobs Haus wird dieser Prozess für Gäste sichtbar. Viele sehen hier zum ersten Mal grüne Kaffeebohnen und erleben, wie in kleinen Chargen von Hand geröstet wird. „Am häufigsten kommt: ‚Hier wird wirklich noch von Hand geröstet?‘“
Gerade diese Sorgfalt ist entscheidend. „Guter Kaffee ist kein Zufall, sondern das Ergebnis von hunderten kleinen, bewussten Entscheidungen. Von der Partnerschaft mit den Farmern über den Einkauf des Rohkaffees bis zur letzten Minute der Röstung.“
Dass all das an einem Ort geschieht, an dem seit so langer Zeit Kaffeegeschichte geschrieben wird, bedeutet ihm viel. „Das gibt der täglichen Arbeit ein Gewicht, das über reines Produzieren hinausgeht.“
Sein Wunsch: Gäste sollen nach einem Besuch im Johann Jacobs Haus genauer hinschmecken – Schokolade, Mandel oder Kirsche wahrnehmen statt nur „Kaffee“. Und verstehen, warum guter, nachhaltig erzeugter Kaffee seinen Wert hat.
Foto ©Andreas Behr